Alfred aktuell...

Tuesday, 07 September 2010

Alfred-Wegener Schüler besuchen die UN in New York
Geschrieben von Administrator   
Saturday, 22 March 2008
von Dr. Bernd Klewitz

Ungewöhnlich war der Anlass, das Thema weniger neu, jedoch umso brennender: Mit dem Motto ‚The Pursuit of Energy - A Catalyst for Conflict' fand im März diesen Jahres die 32. Jahres- Schülerkonferenz der United Nations International School (New York) statt. Über 600 SchülerInnen aus aller Welt nahmen an dem 2-tägigen Workshop im Plenarsaal der UN-Vollversammlung teil - unter ihnen auch 6 SchülerInnen der Alfred-Wegener-Schule aus Kirchhain, begleitet von Politik-Lehrer Dr. Bernd Klewitz. Mit professionellen Vorträgen, Studenten-Debatten und einem Film-Wettbewerb wurde der Frage nachgegangen, inwieweit die aktuelle Energiekrise Anlass und Auslöser internationaler Krisen und Konflikte ist und welche Lösungsmöglichkeiten vorstellbar sind.

Die Kirchhainer Schüler hielten sich eine Woche in New York auf, waren bei Familien der International School untergebracht und konnten ausserhalb der Konferenz an Stadtexkursionen teilnehmen. Neben dem Empire State Building und Times Square, an dem in der vorangegangenen Nacht eine Bombe als Demonstration gegen den Irak-Krieg der amerikanischen Administration gezündet worden war, standen weitere Landmarks der amerikanischen Metropole wie Central Park, Brooklyn Bridge oder Pier 17 auf dem Programm. Den Ruf New Yorks als ‚city that never sleeps' konnten die Teilnehmer dabei selbst hautnah miterleben. Natürlich war auch Shopping angesagt, aber in Projekten über ethnische Gruppen, berühmte Wahrzeichen wie die Statue of Liberty und den Alltag in NY wurden für die Lerngruppen in der Oberstufe Materialien und eine Foto-Ausstellung zusammengetragen.

Höhepunkt der Exkursion aber war die Schüler-Konferenz in der UN-Vollversammlung, die ein Zitat der US-amerikanischen Verfassung - ‚pursuit of happiness' - auf die globalisierte Problematik des Wettbewerbs um Energie - als ‚pursuit of energy' - übertragen hatte. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich der Vortrag eines Ex-Managers der Ölindustrie, Mark Crandall, der den Zuhörern die Alternative der Holzverwertung als Energiequelle nahebrachte und das gängige Konzept der ‚erneuerbaren Energien', insbesondere die auf Ethanol basierende Erzeugung von Kraftstoffen infrage stellte. Auch das Modell der Kernfusion - bei einem Plasma-Ausgangswert von 2,5 Millionen Grad Celsius - wurde ausführlich erläutert und auf industrielle Verwertungsmöglichkeiten überprüft.

Eine hitzige Debatte unter den Studenten entzündete sich an der Frage, ob die am meisten Energie verbrauchenden Staaten auch den grösseren Anteil an der Finanzierung alternativer Energiegewinnung zu tragen hätten. Vertreter aus Jamaica, China und Indien verwiesen dabei auf die nachholende Entwicklung ihrer Länder und die sozialen Folgen, die entstehen, wenn für sie die Nutzung fossiler Energiequellen eingeschränkt würde. In der Schlussabstimmung unter den Studenten ergab sich eine deutliche Mehrheit für die Ablehnung der Nutzung der Atom-Energie. Auch zahlreiche deutsche Schüler beteiligten sich an der Plenumsdiskussion, wenn das jeweilige Land, dem sie alphabetisch und symbolisch zugeordnet waren, über die grosse Lautsprecher Anlage aufgerufen wurde. Da die Konferenzsprache Englisch war, wurden auch in Kirchhain die Teilnehmer an der Konferenz in einem von Studienrätin Helga Henzel (die krankheitsbedingt leider nicht mitfliegen konnte) organisierten Auswahlverfahren bestimmt.

Beeindruckend war die Selbstständigkeit der Kirchhainer, die sich - abgesehen von den strengen Sicherheitsbestimmungen in der UN-Bannmeile - in New York im Rahmen ihrer Recherchen frei bewegen konnten und in der kurzen Zeit ein zuverlässiges Team bildeten. Dr. Klewitz erhielt vom Organisator der UN International School, Nigel Lewis, dabei die feste Zusage, dass die Alfred-Wegener-Schule auch im kommenden Jahr als eine von 10 deutschen Teilnehmer-Schulen wieder mit dabei sein kann. Welches Thema dann auf der Agenda stehen wird, entscheiden die Veranstalter in New York im Rahmen eines neuen Projektvorhabens; die Vermutung ist nicht unbegründet, dass der Zusammenhang von Energie und Konfliktpotentialen weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird. Im Curriculum der AWS wird dieses Thema jedenfalls weiterhin sehr relevant bleiben.

Aus Kirchhain nahmen an der Fahrt teil: Philipp Cinkul, Ronja Weitzel, Robin Herig, Lena Görge, Franziska Dettner und Katharina Schneider, sowie Dr. Bernd Klewitz.

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